GEWIDMET MEINER GROSSMUTTER, DIE SICH AN MICH NICHT ERINNERN WIRD
JAPAN MEMORIES
Usureru — Das Verblassen der Erinnerungen
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薄 — ÜBER DIE SERIE
Was meine Erinnerungen an eine Reise durch Japan, Albrecht Dürers Kupferstriche und die Demenz meiner Großmutter verbindet:
Jedes Mal, wenn ich mit meiner Großmutter spreche, spüre ich, wie wieder eine Schicht ihrer Erinnerung in ihren Details verblasst ist und sich eine neue über das Original gelegt hat. Es ist eine radikale Umstrukturierung von Zeit und kognitivem Raum – vergleichbar mit dem japanischen Konzept Usureru (薄れる). Es beschreibt ein Verblassen, bei dem der allgemeine Hintergrundkontext eines Lebens ausdünnt und sich in einen blassen Nebel auflöst, bis nur noch wenige, isolierte Fragmente der Realität zurückbleiben. Die Zwischenräume dieser Fragmente bleiben oft leer – wie ein unbeschriebenes Blatt weißes Papier.
In diesen Zeichnungen repräsentiert die Leere die erschreckende und zugleich sonderbar friedliche Weite verblasster Erinnerung. Was die Erosion der Zeit überdauert, sind Momente extremer ästhetischer Reibung: kontrastreiche, extrem detaillierte Tuschelinien, durchsetzt von leuchtenden Akzenten in Akaneiro (茜色) — dem tiefen, prägnanten Krapprot eines japanischen Sonnenuntergangs. Akaneiro fungiert hier als das ultimative rote Überbleibsel (Zanretsu); es ist das leuchtende, fast blendende Detail, das sich der Ausdünnung widersetzt und intensiv gegen das schleichende Dunkel anstrahlt.
Diese Serie bildet die Schnittstelle zwischen von Albrecht Dürers Druckgrafiken inspirierten Linien und auf die liquide, sich stetig verschiebende Psychogeografie einer Reise durch das moderne Japan. Inspiriert von japanischen Paravents und urbaner Architektur, tiefgreifend gefiltert durch meinen Erfahrungen mit der Demenz meiner Großmutter, erforsche ich die Vergänglichkeit der Erinnerungen. Die Serie stellt eine fundamentale Frage an das menschliche Dasein: Wenn die Zeit unaufhaltsam das Narrativ unseres Lebens auflöst, werden die wenigen leuchtenden Details, die bleiben, dadurch wichtiger? Oder verwandeln sie sich bloß in schöne Illusionen, die schwebend im Nichts verharren?
墨 — EINZELWERKE
Dreizehn Räume vergänglicher Erinnerungen
Die Serie beginnt mit zweidimensionalen Kunstwerken, die fest in der Realität der japanischen Natur und Architektur verankert sind. Sie entwickelt sich schrittweise hin zu abstrakten, surrealen dreidimensionalen Objekten, um die wachsende Komplexität von Erinnerungsstrukturen im Laufe eines Lebens darzustellen. Alle Arbeiten sind mit dem roten Hanko-Siegel von Arpi signiert.
展 — AUSSTELLUNGEN
Die Werke persönlich sehen
Hinweis zu den Inspirationsquellen: Unähnlich dem menschlichen Geist weigert sich die Fotografie alltäglicher Momente, selbst die unwichtigsten Details zu vergessen. Ich habe diese Augenblicke während meiner Reise durch Japan festgehalten. Wenn Sie die Originalfotos und -videos oder den Entstehungsprozess der Kunstwerke sehen möchten, klicken Sie einfach auf die einzelnen Werke.